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HomeTourberichte3 Tagestour von Hua Hin nach Chumphon (300km)

15.1.2016

Radsporterlebnisse in der Umgebung von Hua Hin und Cha Am

erzaehlt von Regina Ehrmann

Als wir uns entschieden nach Thailand zu fliegen, uns dort Rennräder zu mieten und von Bangkok aus in den Süden zu fahren, erklärten uns die meisten Freunde und Bekannte für verrückt. Die Straßen seien dort zu schlecht, das Verkehrsaufkommen zu groß und das Klima zu heiß, hörten wir immer wieder. Außerdem würden die Asiaten Radfahrer nicht gewohnt sein und deshalb nicht Acht geben.

 
 

 


Unsere Planung war etwas zu kurz gekommen. Wir hatten keine Lust auf überteuerte Pauschalangebote, die man im Internet findet und nicht auf Massentourismus, wir wussten auch nicht genau, in wie weit wir uns an Rückgabefristen halten können. Deshalb waren wir glücklich als wir auf Theos Adresse zum Räder leihen stießen und schrieben ihm eine Mail. Man merkt sofort, dass er kein Interesse daran hat sich durch das Verleihen der Räder zu bereichern, sondern das er eher seine Leidenschaft und seine Erfahrungen über selbsterkundete Strecken und über das Land und die Leute, mit anderen radsportbegeisterten Leuten teilen möchte
Beim Packen achteten wir darauf nicht viel mitzunehmen. Trotzdem hatten wir beide einen vollen Backpack.
Wir flogen am 28.12.2015 nach Bangkok. Und fuhren von dort mit dem Zug nach Cha-Am (30.12.). Irgendwie konnte ich mir dann doch nicht mehr vorstellen Fahrrad zu fahren, da es wirklich sehr heiß war und es viel Verkehr gab. Theo gab uns dann den Tipp unsere Radtouren einfach im Umkreis von Cha-Am zu planen und unser Gepäck bei ihm zu lassen.
Am ersten Tag fuhren wir bis Puek Tian. Es war eher ein Ausprobieren. Außerdem war der Tag schon etwas fortgeschritten. Unweit von Theos Haus liefen uns bereits einige Affen über den Weg. Als wir in Puek Tian ankamen und es bereits dunkel wurde, entschieden wir uns spontan zu übernachten. In dem kleinen Ort machen eher Thais Urlaub und man trifft keine europäischen Touristen. Wir mieteten uns dort für wenige Baht eine ganze Hütte und hatten ein superleckeres Abendessen.

 
 


Am 31.12. machten wir uns auf den Weg zum Nationalpark Kaeng Krachan. Die Tour dorthin war sehr abwechslungsreich. Zuerst fuhren wir noch durch kleinere Städte, überquerten eine Autobahn (das kann man in Thailand wirklich problemlos, auch wenn es sich komisch anhört). Wir fuhren über Brücken, unter denen Thais im Fluss badeten, kamen an Feldern vorbei, auf denen gearbeitet wurde und an Höfen, aus denen Hunde geeilt kamen um uns zu vertreiben. Gefährlich war das mit den Hunden nie. Es bewährt sich das Sprichwort „Bellende Hunde beißen nicht!". Außerdem kann man auf dem Rennrad doch sehr gut „fliehen". Kurz vor dem Stausee am Rande des Kaeng Krachan war ein sehr originärer Markt. Es duftete nach Gegrilltem, auf den Holzgestellen lag jede Menge Obst aus und andere Leckereien wurden angeboten. Der Markt war nicht durchzogen von Spielzeug, Krimskrams und den Konsumgütern, die man in den Städten auf den Märkten findet. Am Stausee bewunderten wir den Sonnenuntergang, der nach 100 km Radfahren noch viel schöner war. Wir hatten ein sehr ruhiges Silvester am Kaeng Krachan, obwohl dort viele Thailänder über Silvester campen und feiern. Reservieren einer Unterkunft ist unbedingt zu empfehlen.
Am nächsten Tag, 01.01.2016, sahen wir die ersten Affen. In der Wildnis scheuer und friedlicher als an den Tempeln und mit Affenbabies auf dem Rücken und am Bauch hängen. Wir fuhren durch Dörfer, auf einsamen Landstraßen, gezäumt von Bananenplantagen, vorbei an Tempeln und Rindern, die auf die Weide geführt wurden oder am Rand auf der Weide standen. Wir übernachteten in Samran, einem netten Kleinstädtchen.
Von Samran aus fuhren wir bis Phetchaburi. Leider fanden wir nicht, die von Theo beschriebene Seitenstraße, sondern fuhren am Highway entlang. Wir haben nicht so viel gesehen und es war nicht so spannend, aber trotzdem nicht gefährlich, da es einen sehr breiten Seitenstreifen gibt. Lediglich Moped- und Rollerfahrer nehmen manchmal diesen Seitenstreifen um gegen die Fahrtrichtung zu fahren. In Phetchaburi nahmen wir uns die Zeit um einige Tempel anzuschauen und vor aggressiven Affen davon zu laufen.
Die Gegend Richtung Myanmar und um den Kaeng Krachan Nationalpark hat uns am besten gefallen. Darum entschieden wir uns eine weitere 2-Tages-Tour in diese Richtung zu machen. Vorbei an einer Ananasfabrik der Firma Dole, die die Ananas eindosen, fuhren wir in die Richtung des Pa-La-U Wasserfalls. Im Reiseführer als wenig sehenswerter Wasserfall bezeichnet, war die Tour dorthin atemberaubend. Wir passierten Ananasfelder und Farmen, auf denen man die Ananas direkt vom Bauern kaufen kann (auch geschnitten, wenn man danach fragt). Nur ein kleines Stück der Strecke war nicht geteert, sondern platt gefahrener Kies und sehr staubig. Der Rest der Straße war gut. Es gab einen steilen und anstrengenden Berg, für den man aber mit einer wunderschönen Abfahrt belohnt wird. Man kommt nah an die Grenze zu Myanmar und fährt durch den Dschungel. Dies ist Elefantengebiet. Leider (oder auch Gott-sei-Dank) haben wir keine Elefanten gesehen, nur deren Rückstände, Kot und umgedrückte Bäume. Wir hatten ein sehr schönes Zimmer am Rande eines Dorfes und fanden auch ein (von insgesamt zwei) Restaurants.
Am Morgen darauf radelten wir früh los um noch die kleine Wanderung zum Wasserfall zu machen. Auch wenn der Wasserfall nicht sehr hoch ist, sondern nur breit, ist die Wanderung lohnenswert. Es ist wenig los und man kann schwimmen gehen.
Wir übernachteten in Hua Hin und freuten uns auf dem Weg dorthin über ein Weingut mit Restaurant, Weinbergen, in denen ein Elefant spazieren geführt wird, über eine hübsche Pagode in der Ferne und über unser teures Hotel mit eigenem Pool am Ende des Tages. Am letzten Tag planten wir keine Tour mehr, sondern fuhren nach Cha-Am um Theo die Räder zurückzubringen.
Zurückblickend lässt sich wohl die Sprachbarriere als größte Herausforderung bezeichnen. Wenn wir nach dem Weg fragten, mussten wir immer mit Händen und Füßen erklären. Trotz unserer sehr genauen Map, war es nicht immer einfach den Weg zu finden. Die Thailänder in den abgelegenen Gebieten können kein Englisch und sind auch nicht sehr gut darin Straßen- und Fahrradkarten zu lesen. Sie waren zwar immer sehr hilfsbereit, aber bei vier Mal Fragen erhielt man vier verschiedene Antworten. Wegbeschilderung gab es selten und wenn dann eben auf Thai.
Sascha und ich fahren zwar seit mehreren Jahren Rennrad. Allerdings nicht regelmäßig, meist nicht zusammen und wir wissen nicht wie viele Kilometer wir im Jahr fahren. Wir sind aber beide sportlich. Den Radurlaub in Thailand würde ich jedem empfehlen, da man das Land anders kennenlernt. Man sieht mehr und entlegenere Stellen. Wir machten selbst über Mittag keine längeren Pausen und hatten trotzdem nie Probleme mit dem Kreislauf oder mit Dehydration. Durch den Fahrtwind fühlt es sich auf dem Fahrrad immer so an als wären es 5 bis 10 Grad weniger. Ich hatte einen Sonnenbrand am Rücken bzw. auf den Schultern, da ich nicht gut aufgepasst hatte. Ansonsten lief alles wirklich problemlos ab. Sascha hatte einen Platten nachdem er durch ein Schlagloch gefahren war und ansonsten hatten wir jede Menge Spaß, einen Superurlaub und viel erlebt. Ich würde jedem empfehlen Thailand mit dem Rad zu bereisen, wobei ich diese Sternentouren, bei denen man sein Gepäck nicht mitnehmen muss, als große Erleichterung empfinde.
Dank Theo hatten wir eine überragende Zeit!

 
 

 

 

 

 

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